Yorck

von Thorsten Totzke


Die Yorck
Sammlung Thorsten Totzke

Am 10. April 1906 lief auf der Danziger Schichauwerft unter der Baunummer 772 das siebente Schiff der Feldherrnklasse des Norddeutschen Lloyd vom Stapel.

Das Schiff, welches vorwiegend als Reichspostdampfer im Ostasiendienst eingesetzt werden sollte, wurde auf den Namen Yorck getauft.

Der 8.901 BRT große und 146,75 m lange Dampfer wurde am 04. November 1906 vom Norddeutschen Lloyd in Dienst gestellt.


Konzertprogramm der Yorck
Sammlung Thorsten Totzke

Er war für die Tropenfahrt ausgerichtet. Geräumige und gut ventilierte Gesellschaftsräume und Kammern, sollten die Fahrt für alle Passagiere möglichst angenehm machen. So wurden 75 Passagiere der 1. Klasse, 107 der 2. Klasse und 130 Fahrgäste der 3. Klasse von insgesamt 185 Besatzungsmitgliedern betreut.

Doch durch Umbauten war auch ein Einsatz als Auswandererschiff nach Nordamerika möglich. In diesem Falle konnte insbesondere die Zahl der in der 3. Klasse beförderten Passagiere auf 2.010 erhöht werden.

Die Jungfernfahrt des maximal 15 Knoten schnellen Dampfers führte dann auch nicht in die Tropen, sondern am 23. November 1906 von Bremerhaven nach New York.

Erst am 20. Februar 1907 erfolgte die erste Fahrt nach Australien. In regelmäßigen Liniendienst fuhr die Yorck nun auf verschiedensten Strecken. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges machte der Liner insgesamt 4 Fahrten nach Australien, 17 Reisen nach Ostasien und lief auch auf drei Reisen New York an.


Die Yorck
Sammlung Thorsten Totzke

Nach dem Kriegsausbruch lief die Yorck am 03. August 1914 zunächst nach Yokohama. Nur einen Tag später verließ das Schiff die japanische Hafenstadt mit Kurs auf Pagan. Dort traf es am 10. August 1914 ein. In der Folgezeit wurde die Yorck als Troßschiff für das Geschwader des Admiral Graf Spee eingesetzt.

Noch vor der Vernichtung des deutschen Geschwaders durch überlegene britische Streitkräfte vor den Falkland-Inseln begab sich die Yorck nach Valparaiso in Chile, wo sich der ehemalige Reichpostdampfer am 28. Oktober 1914 internieren ließ.

Wie damals üblich zerstörte die Besatzung dabei die beiden Vierfach-Expansionsmaschinen.

Nach Kriegsende blieb die Yorck zunächst in Valparaiso. Da Deutschland nach Maßgabe des Versailler Vertrages alle Seeschiffe über 1600 BRT an die allierten Siegermächte abtreten mußte, stand zunächst auch zu befürchten, daß die Yorck nicht mehr unter der Flagge des Norddeutschen Lloyd fahren würde.

Aufgrund des Columbusabkommen, welches dem Norddeutschen Lloyd gegen Abgabe der bei Kriegsende noch nicht fertig gestellten Columbus, unter Anderem den Verbleib von sieben in Südamerika internierten Schiffen garantierte, kehrte 1920 auch die Yorck nach Bremerhaven zurück.

Dabei mußte sie aufgrund ihrer beschädigten Maschine geschleppt werden.

Nunmehr neu vermessen mit 8.976 BRT und mit Passagiereinrichtungen für 303 Passagiere des 2. Klasse und 492 der 3. Klasse lief die Yorck am 11. März 1922 zu ihrer ersten Nachkriegsreise von Bremerhaven nach New York aus.

Die folgenden Jahre fuhr das Schiff stets zuverlässig für den Norddeutschen Lloyd

Das Jahr 1927 wurde die Yorck erneut Umgebaut. Jetzt war das Schiff in Kabinen-, Touristen- und Dritte Klasse eingeteilt. Nun fuhr die Yorck nicht mehr nur im Liniendienst, sondern wurde auch auf zwei Nordlandfahrten als Kreuzfahrtschiff eingesetzt.

Die Weltwirtschaftskrise führte dazu, daß das Schiff aus dem Dienst genommen und ab 30. Juni 1932 in Bremerhaven aufgelegt wurde.

Im November 1932 kaufte die Werft Schichau in Danzig, wo das Schiff auch gebaut worden war, die Yorck zum Abwracken.

Im Januar 1933 begannen dann in Danzig die Abwrackarbeiten an der Yorck.


Konzertprogramm der Yorck
Sammlung Thorsten Totzke

© 2018 Thorsten Totzke