Der Eisberg

von Thorsten Totzke


Der Eisberg den die Titanic gerammt hat
Sammlung Henning Pfeiffer

Der Titanic-Eisberg wurde lange vor der Jungfernfahrt des Schiffes geboren.

Er war einer von ca. 10.000 Eisbergen, die Jahr für Jahr losbrechen. Diesen Vorgang nennt man "kalben".

Der Eisberg ist also ein kleines „Kalb“ eines großen Gletschers gewesen.

Die Labradorströmung gab die Geschwindigkeit und die Richtung vor.

Auf seiner langen Reise war auch dieser Eisberg den Witterungsverhältnissen ausgeliefert.

Wind, Sonne, Regen und andere Einflüße führten dazu, daß sich seine Form und seine Größe ständig änderten.

Dies konnte auch dazu führen, daß sich der Schwerpunkt des Eisberges verlagerte und er instabil wurde.

Dabei gerät die weiße Oberfläche des Berges unter Wasser und die glattgeschliffene, fast durchsichtige „untere“ Hälfte des Eisberges taucht auf.


so muss die Kollision ausgesehen haben
Sammlung Henning Pfeiffer

Da es sich bei dem 14. April 1912 um eine mondlose Nacht gehandelt hat und die See sehr ruhig war, so daß sich auch keine Wellen an „unserem“ Eisberg brechen konnten, wurde er erst spät gesichtet.

Zu spät um eine Kollision zu verhindern. Die Titanic schrammte an ihm entlang und veränderte sein Aussehen ein weiteres Mal.

Mehrere Tonnen Eis fielen auf das Deck der Titanic und auch unterhalb des Wasserlinie wird viel Eis abgebrochen.

Während der Eisberg den Zusammenstoß nahezu unbeschadet überstanden hat, sank die Titanic 2 Stunden und 40 Minuten nach der Kollision.

Der Eisberg verschwand im Dunkel der Nacht.


Der Deutsche Dampfer Bremen
Sammlung Thorsten Totzke

Am 20.April 1912 kam der Deutsche Dampfer Bremen an der Unglücksstelle vorbei. Stephan Rehorek, ein Besatzungsmitglied, fotografierte einen Eisberg, der in seinem Aussehen den Schilderungen von Überlebenden der Katastrophe in verblüffender Weise entsprach.

Er ließ von dem Foto einen Abzug als Postkarte machen und schickte diese nach Hause.

Danach verlor sich die Spur des Eisbergs.

Vermutlich wird Er die Titanic nur um wenige Wochen überlebt haben.

Bei seiner Reise im Labradorstrom wird er in wärmeren Gefilden letztendlich geschmolzen sein.


Rückseite der Postkarte von Stefan Rehorek
Sammlung Henning Pfeiffer

© 2018 Thorsten Totzke