Hapag-Lloyd AG

von Thorsten Totzke


Verwaltungsgebäude der Hapag-Lloyd am Ballindamm in Hamburg
© Thorsten Totzke

Am 09. April 1970 teilten die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) in Hamburg und der Norddeutsche Lloyd in Bremen der Öffentlichkeit mit, dass "nach Beschlussfassung durch den Vorstand und Aufsichtsrat beider Gesellschaften auf den diesjährigen ordentlichen Hauptversammlungen Ende Juli, mit Billigung der Großaktionäre, eine Fusion vorgeschlagen werden wird."

Auf der Hauptversammlung der Hapag am 27. Juli 1970 wurde ebenso wie auf der Hauptversammlung des Lloyd einen Tag später diesem Vorschlag fast einstimmig zugestimmt.


Hapag-Lloyd Werbefigur
© Thorsten Totzke

Am 01. September 1970 verschmolzen die Hapag und der Lloyd offiziell zur Hapag-Lloyd AG. Sämtliche Besitztümer und auch Schulden wurden rückwirkend zum 01. Januar 1970 in die neue Firma aufgenommen.

Der Norddeutsche Lloyd brachte in diese Verbindung unter anderem seine beiden Passagierschiffe Bremen und Europa mit ein. Beide Schiffe unterhielten noch einen regelmäßigen Transatlantikdienst. Der wurde jedoch zum 31. Dezember 1971 eingestellt und die Bremen wurde an die griechische Chandris Reederei verkauft.


An Bord gehen bei der Europa
© Thorsten Totzke

Die Europa blieb zwar im Dienst, unternahm aber nur noch Kreuzfahrten und bekam Anfang 1972 einen neuen Anstrich.

Die neue Großreederei gründete 1972 die Hapag-Lloyd Fluggesellschaft, die mit vorerst drei Passagierflugzeugen den Dienst aufnahm. Außerdem wurde ein Schwerpunkt auf neue Containerschiffe für den Frachtverkehr gesetzt.

Lange Zeit blieb die Europa das einzige Kreuzfahrtschiff der Reederei. 1982 wurde sie durch einen Neubau ersetzt und seit Anfang der 90er Jahre kamen neue Schiffe für Kreuzfahrten hinzu.

Die Schiffe erhielten traditionsreiche Namen wie Bremen, C. Columbus und Hanseatic.


Auf Kreuzfahrt mit der Europa
Sammlung Thorsten Totzke

Die Hanseatic entwickelte sich zum Sorgenkind der Reederei, nachdem sie 1996 und 1997 auf Grund gelaufen war und sich im Februar 1999 einen Propeller in arktischem Eis beschädigte.

Die Europa wurde 1999 durch einen Neubau ersetzt. Die neue Europa ist ein sogenanntes 5 Sterne+ Schiff. Das bedeutet, dass es auf See den höchstmöglichen Komfort für die Gäste bietet.

Das Schiff ist mit allem ausgerüstet, das sich der Kreuzfahrer von heute wünscht. Es gibt an Bord Spielautomaten, ein Casino, einen Whirlpool, einen Außen- und einen Innen-Swimmingpool, Fitnesseinrichtungen, eine Sauna, Massageräume, ein Kino mit sechzig Plätzen und eine Bibliothek.

Es gibt ausschließlich Außenkabinen, insgesamt 204, von denen 168 einen eigenen Balkon haben. Die Maschinen erreichen eine Leistung von 30000 PS, mit denen das Schiff durch die Weltmeere reist.


Captainsdinner auf der Europa in den 1970ern
Sammlung Thorsten Totzke

Die Europa wurde auf einer Werft in Finnland gebaut und ist unter der Flagge der Bahamas registriert. Dadurch ist es der Reederei möglich, viel Geld zu sparen, da auf den Bahamas zum Beispiel andere Sicherheitsvorschriften als in Deutschland gelten.

Ausserdem können dadurch die Personalkosten immens gesenkt werden, was allerdings Nachteile für das Personal bedeutet.


Die Europa
© Thorsten Totzke

© 2018 Thorsten Totzke